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Bei fehlender Kostenwahrheit wird wirtschaftliches Verhalten im Einklang mit gesellschaftlichen Zielen zum Schwimmen gegen den Strom – für Produzent*innen wie Konsument*innen.

In der Agrarpolitik des Bundes wird die wichtige Rolle von Kostenwahrheit für eine effiziente und faire Landwirtschaft und Ernährung noch kaum anerkannt. In offiziellen Dokumenten gibt es kaum Überlegungen zur Verwirklichung des Verursacherprinzips und zur entsprechenden Anlastung der Kosten von Massnahmen.
Gemeinwirtschaftliche Leistungen werden zwar mit Direktzahlungen internalisiert. Für Massnahmen zur Verminderung von Umweltbelastungen gemäss Umwelt- und Gewässerschutzgesetz kommen aber ebenfalls die Steuerzahler*innen auf – im Widerspruch zu den Bestimmungen in der Verfassung (Art. 74 BV) und im Umwelt- (USG, Art. 2) und Gewässerschutzgesetz (GschG, Art. 3a). Als Folge davon haben zahlreiche Massnahmen der Agrarpolitik unbeabsichtigte Nebenwirkungen und führen zu kostspieligen Zielkonflikten. Diese Situation ist weitgehend auf die fehlende Kostenwahrheit zurückzuführen. Weil die Landwirtschaft von wichtigen Entwicklungen in Richtung Kostenwahrheit (wie Mineralölsteuer, Schwerverkehrsabgabe, CO2-Gesetz) bisher ausgenommen wurde, ist der Handlungsbedarf in der Landwirtschaft grösser als in anderen Branchen.
Beiträge zum Thema
RADIOBEITRAG 15.12. 2022

Weniger Subventionen für Fleisch und Milch?

Weniger Subventionen für Fleisch und Milch?

In einem Beitrag in der Sendung «Forum» von Radio SRF verteidigt Jakob Lütolf, Vorstand Schweizer Bauernverband, den besonders hohen Fleischkonsum in der Schweiz. Vision Landwirtschaft verweist einmal mehr auf die Fehlanreize im Direktzahlungssystem und auf die daraus resultierenden Umweltschäden durch die viel zu hohe Tierproduktion.  Die Land- und Ernährungswirtschaft ist noch weit entfernt vom Verursacherprinzip und von Kostenwahrheit. Mit den heutigen Regelungen sind die offiziellen Ziele für eine umwelt- und klimaverträgliche Landwirtschaft und Ernährung  nicht zu erreichen. Es braucht darum eine Neuausrichtung der Schweizer Ernährungswirtschaft.

>> Zum Radiobeitrag "Weniger Subventionen für Fleisch und Milch?"

Verwandte Beiträge

6.12. 2022

Wie die Politik Ernährungsstile unterschiedlich fördert

Wie die Politik Ernährungsstile unterschiedlich fördert

Vision Landwirtschaft hat in einer Studie untersuchen lassen, wie die Politik sieben verschiedene Ernährungsstile – von «vegan» bis «fleischbetont» – indirekt unterstützt. Fazit: Die Nahrungsmittel der verschiedenen Ernährungsstile werden sehr ungleich unterstützt. Per Saldo werden mehrere hundert Franken pro Person und Jahr von «veganen» und «umweltoptimierten» zu «protein- und fleischbetonten» Ernährungsstilen umverteilt.

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>> Indirekte Kosten unterschiedlicher Ernährungsstile in der Schweiz
>> Sendung 10 vor 10 auf SRF, wo die Studie vorgestellt wird


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RADIOBEITRAG 11.5. 2022

«Vegane Landwirtschaft» – ein nachhaltiger Trend?

«Vegane Landwirtschaft» – ein nachhaltiger Trend?

Radio SRF sucht im Rahmen eines  Beitrages nach Antworten zu einer veganen Landwirtschaft und wie ökologisch diese wäre, wenn alle Schweizer Bauern aus der Fleischproduktion aussteigen würden. Die Sendung zeigt zudem auf, worauf Vision Landwirtschaft immer wieder hinweist: Die Tierbestände müssen deutlich reduziert werden und die staatliche Produktionslenkung setzt falsche Anreize. "Zur Sprache kommt auch eine Studie von Vision Landwirtschaft (15:20)." Das Problem ist auch nicht der Konsument, wie immer wieder behauptet wird,  sondern das agrarpolitisches System, das die Preise zugunsten eines nicht nachhaltigen Konsums verzerrt und damit nachhaltiges Konsumverhalten systematisch behindert. 

>> zum Beitrag von SRF

Verwandte Beiträge

8.4. 2021

Diskussionspapier «Kostenwahrheit in Landwirtschaft und Ernährung»

Diskussionspapier «Kostenwahrheit in Landwirtschaft und Ernährung»

Wie Vision Landwirtschaft vor einem halben Jahr in einer Studie aufgezeigt hat, ist die Schweizer Landwirtschaft und Ernährung weit entfernt von «Kostenwahrheit». Mit Blick auf Umweltrecht und Klimaziele wird das immer mehr zum Problem. Vision Landwirtschaft zeigt deshalb in einem neuen Papier auf, wie der Weg zu einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft im Sinne der offiziellen Klimaziele und weiterer Ziele des Bundes aussehen könnte. Der Umbau der Subventionen im Sinne des Verursacherprinzips und der Kostenwahrheit spielt dabei eine tragende Rolle.

>> Diskussionspapier «Kostenwahrheit in Landwirtschaft und Ernährung»






Verwandte Beiträge

NEWSLETTER / NEWSLETTER 15.9. 2020

Kosten und Finanzierung der Schweizer Landwirtschaft

Kosten und Finanzierung der Schweizer Landwirtschaft

(VL) Wer soll die Kosten der Produktion von Gütern und Dienstleistungen tragen? Grundsätzlich ist die Antwort klar und weitherum anerkannt: Zahlen soll, wer die Kosten verursacht. Wenn dies der Fall ist, liegt «Kostenwahrheit» vor. In der Landwirtschaft und Ernährung wird dieses Prinzip heute auf den Kopf gestellt. Um-weltschädigende Produktionsweisen und Konsummuster werden vom Staat massiv begünstigt. Nicht nachhaltig produzierte Güter werden so viel zu günstig, nachhaltige zu teuer. Das Problem ist also nicht der Konsument, der nicht bereit ist, für nachhaltige Nahrungsmittel deutlich mehr zu bezahlen, sondern ein agrarpolitisches System, das die Preise zugunsten eines nicht nachhaltigen Konsums verzerrt und damit nachhaltiges Konsumverhalten systematisch behindert. In einer neuen Studie von Vision Landwirtschaft wird der Umfang dieser Verzerrungen erstmals quantifiziert. Um die agrarpolitischen Ziele im Bereich Umwelt und Ernährungssicherheit zu erreichen, wird es unumgänglich sein, das heutige System grundlegend neu auf Kostenwahrheit auszurichten.

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14.9. 2020

Kosten und Finanzierung der Schweizer Landwirtschaft

Kosten und Finanzierung der Schweizer Landwirtschaft

Analog zur Statistik «Kosten und Finanzierung des Verkehrs» des Bundes hat Vision Landwirtschaft in einer neuen Publikation erstmals die Vollkosten der Schweizer Landwirtschaft erfasst und nach transparenten Kriterien den Kostenträgern «Konsumenten», «Steuerzahlende» und «Allgemeinheit» zugeordnet. Die Ergebnisse sind für die anstehenden agrarpolitischen Entscheide brisant.

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