Landwirtschaftsabstimmungen
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Bundesgericht knackt Blackbox des Pestizid-Zulassungsverfahrens
9.3.2018:
Ein international wegweisender Bundesgerichtsentscheid erzwingt erstmals eine gewisse Transparenz im Pestizid-Zulassungsverfahren
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Schweizer Agrarpolitik auf Abwegen

Vision Landwirtschaft ist eine Denkwerkstatt unabhängiger Agrarfachleute. Sie setzt sich ein für die Vision einer transparenten, zielorientierten Agrarpolitik und einer nachhaltigen, wirtschaftlich starken, bäuerlichen Landwirtschaft. Eine Landwirtschaft, die Nahrungsmittel produziert und zugleich wichtige Leistungen zugunsten der Gesellschaft erbringt, für welche sie fair entschädigt wird.
So steht es sinngemäss in der Schweizer Verfassung. Doch die Schweizer Agrarpolitik setzt Milliarden an Steuergeldern ein, welche die Landwirtschaft in eine gegenteilige Richtung treiben - in eine ebenso umweltschädliche wie überintensive Produktion und in eine enorme Staatsabhängigkeit.

Nicht ein einziges der gesetzlich verbindlichen Nachhaltigkeitsziele hat die Agrarpolitik bisher erreicht. Und auch wirtschaftlich ist sie ein Desaster. Getrieben von staatlichen Fehlanreizen, verdient die Schweizer Landwirtschaft heute keinen Rappen mehr aus ihrer viel zu teuren, viel zu intensiven Produktion. Eine ausufernde Zuliefer-Industrie macht mehr Umsatz mit der Schweizer Landwirtschaft als die Landwirtschaft selber aus ihrer Produktion einnimmt. Das bäuerliche Einkommen stammt unter dem Strich nur noch aus staatlichen Geldern.

Erste zaghafte Reformschritte der Agrarpolitik wurden, wesentlich auf Druck von Vision Landwirtschaft hin, 2014 angegangen. Weitere müssen nun konsequent folgen. Die Agrarpolitik muss endlich verfassungskonform werden und die Landwirtschaft darin unterstützen, mit einer nachhaltigen Produktion aus eigener Stärke wieder Wertschöpfung zu generieren. Für diese Vision setzen wir uns als breit vernetzte Vordenkerin ein - mit unabhängigen Analysen, fundierten Vorschlägen und Forderungen im Klartext.

Biodiversität und Produktion, Artenvielfalt und Wirtschaftlichkeit sind keine Gegensätze

Jahrhunderte bestand zwischen Biodiversität und Landwirtschaft eine Symbiose. Bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts hat die bäuerliche Landnutzung massgeblich zu einer starken Zunahme der Artenvielfalt in der Schweiz beigetragen. In den 1950er Jahren kam es mit der "Grünen Revolution" zu einer dramatischen Trendumkehr. Seither ist die Landwirtschaft an erster Stelle für einen nie dagewesenen Zusammenbruch der Biodiversität verantwortlich. In gleichem Ausmass brach die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft ein. Das ist kein Zufall. Ökonomie und Ökologie müssen wieder am gleichen Strick ziehen. Projekte und Bauernbetriebe weisen den Weg.
Zwar zeigen die wichtigsten Indizes für Biodiversität nach wie vor nach unten. Aber immer mehr Beispiele zeigen, wie stark die Biodiversität bei kluger Integration in den landwirtschaftlichen Betrieb bereits in kurzer Zeit gefördert werden kann. Eine effiziente, standortgemässe Produktion und die Erhaltung der Biodiversität gehen auch wirtschaftlich Hand in Hand. Was heute erst auf einer kleinen Minderzeit von Betrieben und Projekten Realität ist, muss wieder zum Standard werden. Dies mit einer zielgerichteten, endlich am Verfassungsauftrag orientierten Politik und einer neu ausgerichteten Beratung zu ermöglichen sieht Vision Landwirtschaft als eine ihrer Hauptaufgaben.