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WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 26.5. 2017

Pestizideinsatz im Walliser Weinbau - Praxis, Gesetzgebung und Vollzug

Im Rahmen der Recherchen für den Pestizid-Reduktionsplan Schweiz hat Vision Landwirtschaft 2013 auch den Rebbau genauer unter die Lupe genommen. Im Wallis sind dabei systematische und gravierende Misstände beim Einsatz von Pestiziden ans Tageslicht gekommen.

Mit den Resultaten, die in einem detaillierten Untersuchungsbericht dokumentiert worden sind, hat Vision Landwirtschaft das Gespräch mit den zuständigen kantonalen und Bundes-Behörden gesucht, um die Probleme gemeinsam anzugehen. Es wurde vereinbart, dass der Bericht nicht publiziert werde, wenn die vereinbarten Massnahmen rasch umgesetzt werden.

Eine Nachkontrolle im 2017 hat ergeben, dass die Missstände im Rebbau fast unverändert bestehen geblieben und praktisch keine der vereinbarten Massnahmen realisiert worden sind. Daraufhin hat sich die Denkwerkstatt entschieden, die Untersuchungen öffentlich zu machen. Seither haben zahlreiche Medien über die Missstände berichtet, und verschiedene politische Vorstösse haben den Druck weiter erhöht. Vision Landwirtschaft ist mit den Behörden erneut dran, die Defizite zu beheben. Gemeinsam deklariertes Ziel ist es, dass ab 2018 die Abstandsregelungen beim Ausbringen der Pestizide sowohl bei den Helikoptersprühfirmen wie beim Einsatz vom Boden aus systematisch überprüft und Überschreitungen geahndet werden. Den Helikopterfirmen droht der Entzug der Fluglizenzen.

Zudem soll ab 2019 auch im Walliser Weinbau das flächige Abspritzen der Rebberge mit Herbiziden der Vergangenheit angehören. Bisher hatte eine längst überholte Sonderregelung dem Kanton erlaubt, ein Mehrfaches an Herbiziden einzusetzen wie in den übrigen Regionen der Schweiz.

>> Zum Bericht "Pestizideinsatz im WalliserWeinbau" (pdf)