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Die Schweizer Landwirtschaft braucht endlich eine verfassungsgemässe Landwirtschaftspolitik

Bundesverwaltung und Politik haben nicht gehalten, was sie 1996 versprochen haben und wozu sie damals vom Volk mit überwältigendem Mehr beauftragt worden sind: Der in einer Volksabstimmung mit 78% Ja-Stimmen angenommene landwirtschaftliche Verfassungsartikel 104 der Bundesverfassung wird bis heute von der Agrarpolitik nicht umgesetzt. Mit Milliarden an Steuer- und Konsumentengeldern ist die Landwirtschaft in eine extreme Staatsabhängigkeit getrieben worden. Statt einer nachhaltigen Landwirtschaft ist ein wirtschaftliches und ökologisches Desaster entstanden. Kein einziges der landwirtschaftlichen Umweltziele wurde bisher erreicht.
Unsere Vision
Es ist an der Zeit, dem Ausmass des Versagens und der zwanzigjährigen Irrwege der Schweizer Agrarpolitik in die Augen zu schauen und auf die ersten, noch sehr zaghaften Reformschritte der Agrarpolitik 2014 nun rasch grundlegende weitere Reformen folgen zu lassen.

Lösungen liegen längst auf dem Tisch. Eine wichtige Grundlage dazu hat Vision Landwirtschaft mit dem Weissbuch Landwirtschaft Schweiz geschaffen. Darin hat die Denkwerkstatt aufgezeigt, dass mit einer konsequenten Reform die Landwirtschaft die Umweltziele in kurzer Zeit erreichen und die Wertschöpfung dabei erhöhen kann. Vision Landwirtschaft setzt sich als breit vernetzte und handlungsorientierte Vordenkerin dafür ein, dass Politik und Verwaltung  die weiteren Reformschritte nun mit der nächsten Reformetappe der Agrarpolitik ab 2022 konsequent und rasch an die Hand nehmen.

Unsere 10 wichtigsten Ziele 
Für die Reformetappe 2022+ stehen folgende Ziele im Vordergrund:
  • Die schädlichen Pauschalzahlungen, die derzeit noch über 50% der staatlichen Beiträge an die Landwirtschaft ausmachen, werden abgeschafft oder umgelagert in Leistungszahlungen.
  • Das landwirtschaftliche Stützungsniveau, das heute 5-10 Mal so hoch ist wie unter vergleichbaren Bedingungen im Ausland, wird schrittweise abgebaut, primär durch eine Reduktion der Preisstützungen und des Grenzschutzes.
  • Ab 2022 produziert die Schweizer Landwirtschaft auf der Basis eines Ökologischen Leistungsnachweises, welcher diesen Namen auch verdient und der eine flächendeckende Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen sicherstellt.
  • Die Umweltziele Landwirtschaft werden so bis 2025 flächendeckend erreicht.
  • Die über das gesetzliche Minimum erbrachten gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft werden ab 2022 fair entschädigt, was heute im Berggebiet teilweise noch nicht der Fall ist.
  • Die Wertschöpfung der Schweizer Landwirtschaft steigt ab 2022 jährlich um 2% als Folge eines konsequenten Ausbaus der Qualitätsstrategie und durch wirksame Anreize, welche zu intensive und dadurch zu teure und umweltschädliche Produktionsformen unattraktiv machen.
  • Die AP 2022+ legt den Grundstein dafür, dass die Schweizer Landwirtschaft nicht nur GMO-frei, sondern bis 2030 auch weitgehend pestizidfrei produzieren kann.
  • Dank der AP 2022+ trägt die Schweizer Landwirtschaft mehr zur Versorgungssicherheit bei, indem sie ihre Abhängigkeit von ausländischen Importen im Bereich Futtermittel, Energie und Pestiziden bis 2025 um zwei Drittel reduziert.
  • Die Landwirtschaft steigert ab 2022 ihre Energieeffizienz innerhalb von 8 Jahren sukzessive von derzeit 2,5:1 (2,5 investierte Energiekalorien pro produzierte Nahrungsmittelkalorie) auf 1,75:1.
  • Um diese Ziele zu erreichen, richtet der Bund die landwirtschaftliche Bildung und Forschung neu aus. 
Kurz: Wir wollen und brauchen endlich eine verfassungsgemässe Agrarpolitik, die eine nachhaltige, wirtschaftlich starke, bäuerliche Landwirtschaft wirksam fördert anstatt den Verfassungsauftrag mit Milliardenbeiträgen zu torpedieren. 

Unsere Wege
Das Ziel einer nachhaltigen, eigenwirtschaftlichen Landwirtschaft hat viele Gegner. Zu viele Branchen und Institutionen profitieren heute von den Steuermilliarden, die jährlich durch die Landwirtschaft geschleust werden. Eine eigenständige bäuerliche Landwirtschaft hat dagegen erst wenige Verfechter. Vision Landwirtschaft ist breit vernetzt mit diesen zielverwandten Organisationen und arbeitet eng mit ihnen zusammen. Das gemeinsame Ziel lässt sich nur gemeinsam erreichen. Unsere Arbeit ist zudem nur möglich dank einer breiten Unterstützung von Stiftungen, Mitgliedern und Spendern.