Startseite / Themen / Pestizide

Für eine pestizidfbefreite Landwirtschaft

Vision Landwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem landwirtschaftlichen Pestizideinsatz befasst. Daraus sind der Pestizid-Reduktionsplan Schweiz und weitere Studien hervorgegangen. Sie zeigen, dass der Pestizideinsatz in der Schweiz stark reduziert werden kann und dass längerfristig eine Landwirtschaft ohne Pestizide möglich und nötig ist. Sie kann zukünftig der Schweizer Landwirtschaft zu wichtigen Marktvorteilen verhelfen.
Die Schweiz gehört zu den Ländern mit einem besonders hohen Pestizideinsatz. Ein grosser Teil dieses Gifteinsatzes ist nicht notwendig. Bis 2020 könnte er mit gut umsetzbaren Massnahmen um über 50% reduziert werden. Dies zeigt der Pestizid-Reduktionsplan Schweiz, den Vision Landwirtschaft im Mai 2016 publiziert hat.

Doch längerfristig braucht es einen Paradigmenwechsel. Eine Nahrungsmittelproduktion, die abhängig ist von einem permanenten Einsatz von Giften, hat keine Zukunft. Eine giftfreie Landwirtschaft ist keine Utopie, sondern machbar. Auch dies zeigen Studien u.a. von Vision Landwirtschaft, vor allem aber auch viele Landwirtschaftsbetriebe, die längst ohne Pestizide auskommen. Für die Vision einer pestizidfreien Zukunft der Schweizer Landwirtschaft konnte Vision Landwirtschaft fast 30 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Gesundheit, Technik und Konsum gewinnen. Nun braucht es noch die tatkräftige Unterstützung der Politik und der Bundesverwaltung. 

Die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft liegt in einer Qualitätsproduktion, welche sich vom Ausland absetzt - und dies nicht nur auf dem Papier, sondern mit handfesten Tatbeweisen. Eine pestizidfreie Produktion ist ein Alleinstellungsmerkmal, das für Mensch und Umwelt enormen Mehrwert bringt, das sich exzellent kommunizieren lässt und das sich viele KonsumentInnen wünschen. Kaum ein anderes Land hat so gute Voraussetzungen und so viele öffentliche Mittel, um eine solche Landwirtschaft zu realisieren wie die Schweiz. Es gibt also keinen Grund, noch länger mit einer engagierten Umsetzung zuzuwarten.
Beiträge zum Thema
WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 7.3. 2017

Neuer UNO-Bericht: Pestizide behindern statt sichern die Ernährung der Weltbevölkerung

Ein neuer UN-Expertenbericht geht mit der Pestizidindustrie scharf ins Gericht. Ihr wird die systematische Verleugnung von Pestizidschäden, die Verbreitung nicht haltbarer Informationen sowie Marketing mit agressiven, unethischenTaktiken vorgeworfen. Dass Pestizide zur Ernährung der Menschheit notwendig seien, sei ein Mythos, der einer sachlichen Grundlage entbehre.

Mehr lesen
VISION LANDWIRTSCHAFT / ZEITUNGSARTIKEL 24.2. 2017

Pestizide: Ein auslaufendes Geschäftsmodell?

Immer mehr Pestizide müssen vom Markt genommen werden, weil sie zu giftig  oder nicht mehr wirksam sind. Auf vier wegfallende Pestizide bringt die Agroindustrie lediglich noch ein neues Mittel auf den Markt. Es ist absehbar, dass sich das Geschäftsmodell der Pestizidbranche zunehmend zu Tode läuft. Deshalb sei es wichtig, frühzeitig auf Alternativen zu setzen. Das schreibt Andreas Bosshard, Geschäftsführer von Vision Landwirtschaft, in einem Gastbeitrag in der "Bauernzeitung".
Er reagiert damit auf die Klagen der Gemüsebranche, die sich in einem Frontartikel der Zeitung für eine largere Pestizid-Zulassung stark macht und am hohen Pestizideinsatz festhalten will.

NZZ AM SONNTAG / ZEITUNGSARTIKEL 19.2. 2017

Pestizide: Lasche Bewilligungspraxis des Bundes - Grossverteiler nehmen Heft selber in die Hand

Seit Jahren wird das Bundesamt für Landwirtschaft für seine lasche Bewilligungspraxis von Pestiziden kritisiert. Regelmässig hinkt die Schweiz hinter der EU her. Giftstoffe, die in vielen Ländern Europas verboten sind, dürfen in der Schweiz weiterhin eingesetzt werden. Die Grossverteiler nehmen das Heft zunehmend selber in die Hand.

>> Artikel in der NZZ am Sonntag

Verwandte Beiträge

STUDIE 6.2. 2017

Atlas der Agrarkonzerne 2017

Die Produktion von Lebensmitteln hat immer weniger mit bäuerlicher Landwirtschaft, mit traditionellem Handwerk und einer intakten Natur zu tun. Sie ist heute weltweit vor allem ein einträgliches Geschäft von wenigen großen Konzernen, die sich die Felder und Märkte international untereinander aufteilen und den permanenten Geldmittelabfluss aus der Landwirtschaft sicherstellen. Der Konzernatlas 2017 bringt Licht in die Zusammenhänge der Agroindustrie und zeigt, wer wo welche Geschäftsfelder betreibt.

Links

ZEITUNGSARTIKEL 16.1. 2017

Pestizide: Syngenta setzt Forscher unter Druck

Fallen Resultate von Studien, welche von grossen Agrochemiefirmen mitfinanziert werden, nicht nach ihrem Gusto aus, werden die Forscher unter Druck gesetzt. Dies zeigt die New Your Times am Beispiel von Syngenta auf. Auch Agroscope ist betroffen.

Mehr lesen
VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 17.12. 2016

Christbäume: Ist regional produziert auch nachhaltig?

Der Anteil an Schweizer Weihnachtsbäumen nimmt zu. Doch Schweizer Herkunft ist nicht immer auch eine ökologische Produktion. Ein Projekt von Vision Landwirtschaft und Coop zeigt, wie sich beides verbinden lässt.

Mehr lesen
VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 26.10. 2016

Die Schweizer Landwirtschaft braucht einen mutigen Aktionsplan Pestizide

Diese Woche endet die Anhörungsfrist zum Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel (NAP). Vision Landwirtschaft unterstützt die Ausarbeitung eines Aktionsplans und insbesondere den vom Bund formulierten Anspruch, die vorhandenen Verbesserungsmöglichkeiten konsequent zu nutzen und damit sicherzustellen, dass Pestizide "so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig" eingesetzt werden. Von diesem Auftrag und Ziel ist der vorliegende NAP-Entwurf des Bundes allerdings noch weit entfernt.

Mehr lesen
VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 25.5. 2016

Pestizid-Reduktionsplan Schweiz: Breites Bündnis für eine starke Reduktion des hohen Pestizideinsatzes in der Schweiz

In der Schweiz werden deutlich mehr Pestizide verwendet als nötig. Der Pestizideinsatz liesse sich bis 2020 um über 50% reduzieren. Dies geht aus einem heute veröffentlichten Pestizid-Reduktionsplan von Vision Landwirtschaft hervor, dessen Forderungen von einem breiten Bündnis aus Landwirtschafts-, Trinkwasserversorger-, Gewässerschutz-, Umwelt-, Gesundheits- und Konsumentenkreisen mitgetragen werden. Der Pestizid-Reduktionsplan zeigt machbare Alternativen zur heutigen Verwendung von Pestiziden auf und ergänzt damit den Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, den der Bundesrat in den nächsten Wochen in die Vernehmlassung senden wird.

Mehr lesen
VISION LANDWIRTSCHAFT / BUCH 1.5. 2016

Pestizid-Reduktionsplan Schweiz

Der Pestizid-Reduktionsplan liefert Analysen zur Pestizidsituation in der Schweiz und zeigt auf, was möglich und nötig ist, um die Pestizidbelastung von Mensch und Umwelt massgeblich und unter Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben zu reduzieren. Der Pestizid-Reduktionsplan, den Vision Landwirtschaft im Mai 2016 publizierte, ergänzt den Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundes mit kritischen Analysen und zeigt weitgehende Alternativen zum derzeit intensiven Pestizideinsatz in der Schweiz auf.
27 Organisationen tragen die Stossrichtung des Pestizid-Reduktionsplans mit.

Online-Bestellung für die gedruckten Versionen (20.- Fr. ausführliche Fassung, 5.- Fr. Kurzfassung, zuzügl. 4.- Fr. Porto und Verpackung):
 >> Kontaktformular

Dokumente

AQUA & GAS / WISSENSCHAFTLICHE ARTIKEL 1.1. 2016

Pollution des eaux par les pesticides

Un relevé effectué en 2012 sur la pollution par les pesticides de cinq cours d’eau de taille moyenne a montré que des critères de qualité écotoxicologiques et des exigences légales n’étaient souvent pas remplis ("Pollution des eaux par les pesticides" dans Aqua & Gas N°4 / 2016, Auteurs: Simon Spycher, Johannes Hunkeler,  Andreas Bosshard, Fritz Häni) . Pour réduire les apports de pesticides provenant des surfaces agricoles, il existe – outre des mesures en bordure de champ (p. ex. des bandes tampons) – de nombreuses possibilités d’agir efficacement sur les surfaces de production elles-mêmes. L’article dans Aqua&Gas donne un aperçu des optimisations les plus importantes.

Mehr lesen
SRF / FERNSEHBEITRAG 11.11. 2015

Glyphosat soll verboten werden

Umweltverbände und Politiker wollen Glyphosat in der Schweiz verbieten. Glyphosat ist das am meisten verwendete Spritzmittel auf der Welt und ist auch in Lebensmittel enthalten. Die WHO schätzt es seit kurzem als krebserregend ein.

Links

NATURE / WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 13.10. 2015

Zwei Neonikotinoide schädigen Bienenköniginnen

Ein internationales Forscherteam unter Schweizer Führung zeigen in einer neuen Studie, dass zwei Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide schon bei feldtypischen Konzentratioinen gravierende Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Bienenköniginnen haben. So würden ganze Bienenvölker geschädigt. Diese Auswirkungen wurden bei der Zulassung übersehen, obschon Tests an Bienen durchgeführt werden müssen.

Links

ÄRZTINNEN UND ÄRZTE FÜR UMWELTSCHUTZ (AEFU), GREENPEACE UND KONSUMENTENSCHUTZ / MEDIENMITTEILUNG 5.10. 2015

Verbot von Glyphosat gefordert

In den nächsten Monaten werden die Behörden sowohl in der Schweiz wie auch in der EU über die weitere Zulassung von Glyphosat entscheiden. Die WHO hat das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Die Kalifornische Umweltbehörde will es definitiv als krebserregend einstufen. Doch damit nicht genug: Untersuchungen der Universität Leipzig machen das Herbizid auch für missgebildete Ferkel und Mangelerkrankungen bei Rindern verantwortlich. Zudem bringen sie weitere schwere gesundheitliche Probleme beim Menschen mit Glyphosat in Verbindung. Die Ärzte für Umweltschutz, Greenpeace und der Schweizer Konsumentenschutz fordern ein sofortiges Glyphosat-Vebot. Ein weiterer Glyphosat-Einsatz sei unter diesen Umständen nicht zu verantworten.

Links

INFOSPERBER / ZEITUNGSARTIKEL 13.8. 2015

Symbiose von BLW und Pestizidindustrie

Die Intransparenz des Schweizer Zulassungsverfahrens für Pestizide wurde von Vision Landwirtschaft wiederholt kritisiert und als eine Ursache für Missstände im Pestizidbereich bezeichnet. In einem gut recherchierten Artikel beschreibt die Web-Plattform infosperber nun detailliert die Funktion dieser Blackbox.

Links

GREENPEACE / WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 15.5. 2015

Pestizide und unsere Gesundheit: die Sorge wächst

"Viele Studien verdeutlichen die statistischen Zusammenhänge zwischen der Pestizidexposition und einem höheren Risiko für Fehlentwicklungen, neurologische und immunologische Störungen sowie einiger Krebsarten. Exponiert sind vor allem LandwirtInnen und GärtnerInnen", laut die Analyse der Fälle von Pestiziexposition von verschiedenen bestehenden Studien. Vision Landwirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, mit der Erarbeitung eines eigenen Aktionsplanes einem befürchteten Alibi-Aktionsplan des Bundes eine fundierte Alternative entgegenzusetzen und zusammen mit anderen Akteuren eine markante Minderung des Pestizideinsatzes in der Schweiz zu erreichen.

Links

AQUA & GAS / WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 22.4. 2015

Gefährliche Pestizide für Wild- und Honig-Bienen

Es ist nicht neu, dass die Schweizer Gewässer mit zahlreichen Pestiziden belastet sind. Eine neue Studie zeigt, dass die Belastung von Insektiziden und Fungiziden bisher unterschätzt wurde. Von acht Insektiziden wurden Konzentrationen über den chronischen Qualitätskriterien gemessen. Die elevanten Substanzen waren Pyrethroide, Organophosphate und Neonicotinoide.

Mehr lesen
3SAT / FERNSEHBEITRAG 16.3. 2015

Die kruden Methoden der Pestizidbranche

Mit Pestiziden machen Firmen wie Syngenta und Bayer Milliardenumsätze. Um ihren Absatz zu sichern, ziehen die Unternehmen alle Register. Ein neuer Film auf 3sat zeigt, wie Wissenschafter, Politiker und Behörden beeinflusst, genötigt, bedroht werden, wenn es darum geht zu verhindern, dass die Anwendung gefährlicher Pestizide eingeschränkt wird.

Links

VISION LANDWIRTSCHAFT / STELLUNGNAHME 12.12. 2014

Anhörung des Bundes: 4. Revision der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV): Stellungnahme von Vision Landwirtschaft

Der hohe Pestizideinsatz der Schweizer Landwirtschaft und die vielfältigen schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt und in einigen Fällen auch auf die menschliche Gesundheit gehören aus Sicht von Vision Landwirtschaft zu einem der vordringlichsten Probleme was die mangelhafte Nachhaltigkeit der Schweizer Landwirtschaft angeht. Verbesserungen sind entsprechend dringend nötig und wichtig. Das Ziel der Schweizer Politik und Gesetzgebung muss es sein, sicherzustellen, dass die Schweiz im Bereich des Chemikalieneinsatzes in der Landwirtschaft die bestehenden Probleme proaktiv angeht und eine Vorreiterrolle übernehmen kann. Auf Ebene ChemRRV als problematisch wertet Vision Landwirtschaft den Vorschlag, die Regulierung und Bewilligung der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, Biozidprodukten und Düngern aus der Luft vom Bund an die Kantone zu delegieren.

Dokumente

BIOLAND E.V. / MEDIENMITTEILUNG 25.10. 2014

Verbot besonders gefährlicher Pestizide

Eine kleine Südtiroler Gemeinde hat in einem Referendum mit 75% der Stimmen gegen den Einsatz von Pestiziden in ihrer Region gestimmt. Sie fordert ein sofortiges Verbot besonders gefährlicher Gifte und eine Pestizidabgabe.

Links

NATURE GENETICS / WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 24.8. 2014

Vergleichende Erbgutanalyse von Bienen weltweit

Bienen haben es weltweit schwer. Im Fachjournal "Nature Genetics" wird über neue Erkenntnisse zum weltweiten Bienensterben berichtet. Die Bienenvölker weisen eine größere genetische Varianbilität auf als sie bei anderen Haustieren zu finden ist. Die Vermutung, dass Inzucht eine Rolle beim Bienensterben spielen könnte, ist damit widerlegt.

Links

ZENTRUM DER GESUNDHEIT / WISSENSCHAFTLICHE ARTIKEL 20.8. 2014

Genetisch veränderte Pflanzen fördern Resistenzen bei Insekten

Durch die ständige Präsenz von Insektengiften, welche in den Blättern von genetisch manipulierten Pflanzen produziert werden, haben sich Plagen durch resistente Insekten entwickelt. Dies räumte der britische Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel ein. Die US-amerikanische Umweltschutzbehörde empfiehlt aus diesem Grund Landwirten, 40% nicht gentechnisch modifiziertes Saatgut anzubauen, um ein Rückzugsgebiet für die nicht-resistenten Insekten zu schaffen.

Links

VISION LANDWIRTSCHAFT / KOMMENTAR 9.7. 2014

Neonikotinoid-Insektizide verursachen Umweltdesaster

Neonikotinoid-Insektizide verursachen Umweltdesaster
Nur 5% des eingesetzten Neonikotinoid-Giftes schützt effektiv die Pflanzen, der Rest gelangt auf vielfältigen Wegen in die Umwelt und schädigt die Ökosysteme in der weiteren Umgebung. Quelle: Goulson/Nature, 2014.

Neonikotinoide sind hochwirksame, aber unspezifisch wirkende Insektizide. Sie werden auch in der Schweizer Landwirtschaft in vielen Kulturen grossflächig eingesetzt, insbesondere im Raps, Getreide, in der Gemüseproduktion und im Obstbau. Bereits unvorstellbar geringe Mengen genügen, um das Nervensystem von Insekten letal zu schädigen. 
Hinweise mehren sich, dass der breite Einsatz von Neonikotinoiden in der Landwirtschaft nicht nur - wie in den letzten Monaten viel diskutiert - den Bienen zusetzt, sondern zu einem drastischen Rückgang der Insektenpopulationen insgesamt in der Ackerbaulandschaft führt. Dadurch wird die ganze Nahrungsmittelkette in Mitleidenschaft gezogen. Der Grund liegt darin, dass die Neonikotinoide relativ gut wasserlöslich sind und sich nur langsam abbauen. Lediglich 5% des Pestizids bleibt im Durchschnitt dort, wo es wirken soll - nämlich auf oder in den angebauten Pflanzen - der Rest gelangt in die Böden, in die Gewässer und in die Luft und vergiftet grossflächig die Ökosysteme (s. Abb. unten). 

Gemäss einer aktuellen Untersuchung, welche in der Wissenschaftszeitschrift "Nature" publiziert wurde, nehmen Populationen von insektenfressenden Vögeln bereits bei Konzentrationen in Oberflächengewässern von lediglich 20 Nanogramm Imidacloprid, eines verbreitet eingesetzten Neonikotioniods, jährlich um 3,5% ab. Der Grenzwert gemäss gegenwärtiger Umweltgesetzgebung in der Schweiz liegt bei 100 Nanogramm pro Liter. 

Der Grund für den Rückgang der Vogelpopulationen sind nicht Vergiftungserscheinungen, sondern die fehlende Insektennahrung. Im Kommentar der Zeitschrift Nature wird eine Parallele gezogen zwischen dem Umweltdesaster durch das Insektizid DDT, das in den 1950er und 1960er Jahren grossflächig eingesetzt wurde, und dem heutigen Einsatz von Neonikotinoiden. 

Ein rasches, vollständiges Verbot der besonders heimtückischen Neonikotinoid-Insektizide durch den Bund ist aus Sicht von Vision Landwirtschaft dringend und unumgänglich. Wir fordern darüber hinaus verantwortungsvolle Landwirte auf, freiwillig auf das Gift zu verzichten. Ebenso sind Verarbeiter und der Handel gefordert, konsequent nur noch Produktionsweisen zu berücksichtigen, die ohne den Einsatz von Neonikotinoiden ihre Kulturen anbauen. Dazu gehört das IP-Suisse und das Bio-Label. Beide zeigen, dass eine nachhaltige, produktive Landwirtschaft auch ohne solche problematischen Gifte möglich ist.



BLW / MEDIENMITTEILUNG 21.5. 2014

Aktionsplan Pflanzenschutzmittel

Der Bundesrat hat sich für einen Aktionsplan ausgesprochen, um Risiken von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und deren nachhaltige Anwendung zu fördern. Zwei Jahre arbeitete die Bundesverwaltung an der Beantwortung des Postulats Moser und der Erfüllung der Motion der Kommission Umwelt, Raumplanung und Energie.

Links

GREENPEACE, PRO NATURA, SVS/BIRDLIFE SCHWEIZ UND WWF / MEDIENMITTEILUNG 18.5. 2014

Pestizideinsatz in der Schweiz: Bevölkerung zahlt die Zeche

Was kostet uns der Einsatz von Pestiziden? Dieser Frage gingen Greenpeace, Pro Natura, SVS/BirdLife Schweiz und der WWF nach und liessen die finanziellen Nebenwirkungen des Schweizer Pestizideinsatzes berechnen. Das Ergebnis: Der Gifteinsatz verursacht Kosten von jährlich 50 bis 100 Millionen Franken. Mit einer Pestizidabgabe sollen die Verursacher der Umweltschäden deshalb künftig zur Kasse gebeten werden.

Links

SALDO / ZEITUNGSARTIKEL 14.5. 2014

Vergiftete Hochstamm-Obstgärten

Das Bundesamt für Landwirtschaft hat 2014 für den Hochstamm-Kirschenanbau eine Sonderbewilligung für das Insektizid Dimethoat erteilt – dies, obwohl das Nervengift auch für den Menschen besonders problematisch ist, obwohl es Alternativen gibt, und obwohl Pflanzenschutzexperten vom Einsatz abraten.
Hochstamm-Obstgärten werden mit hohen Ökobeiträgen unterstützt. Dass trotzdem intensiv Pestizide eingesetzt werden können, ist ein inakzeptabler Widerspruch. Vision Landwirtschaft hat sich der Thematik angenommen und setzt sich für einen weitgehend pestizidfreien Hochstamm-Obstbau ein, wie das bereits heute Tausende von Bauern erfolgreich praktizieren.

Dokumente

FIBL / FAKTENBLATT 27.3. 2014

Unterschätzte Wildbienen

Neuere Untersuchungen zeigen, dass Wildbienen und andere Wildbestäuber bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen eine entscheidende Rolle spielen. Ihre Häufigkeit und ihre Artenvielfalt haben in den letzten Jahrzehnten jedoch stark abgenommen – mit nachteiligen Auswirkungen auf die Landwirtschaft. 

Links

EAWAG / MEDIENMITTEILUNG 5.3. 2014

Pestizidcocktail in Schweizer Flüssen

"Schweizer Flüssen sind voller Pestizide" titelte 20 Minuten Anfangs März, als die EAWAG ihre neuesten Untersuchungsresultaten zur Pestizidbelastung der Schweizer Flüsse publizierte. Besonders präsent waren Unkrautverteilgungsmittel, aber auch Fungizide und Insektizide fanden sich regelmässig. Von insgesamt rund 300 in der Schweiz eingesetzten Wirkstoffen wurden 104 in den Gewässern nachgewiesen. Die Summe aller Pestizide war in 78% der Proben grösser als der Anforderungswert der Gewässerschutzverordnung. Da Mischproben analysiert wurden, folgern die Forscher, dass die kurzfristigen Spitzenkonzentrationen teils vielfach höher liegen müssen und für einzelne Substanzen über der Grenze liegen dürften, ab der sie akut toxisch wirken. Der Grossteil der Pestizide stammt aus der Landwirtschaft.

Links

SALDO / ZEITUNGSARTIKEL 19.2. 2014

Pestizide: Behörden spielen Risiken herunter

In Hunderten Lebensmittelproben fanden Kantons-Chemiker landwirtschaftliche Pestizide, die für Bienen Gift sind. Die systemischen Pestizide, die von den Pflanzen aufgenommen werden und von Innen Schadinsekten abtöten sollen, können auch dem Menschen schaden. Die EU-Behörden warnen. Die Schweizer Ämter kümmerts wenig.

Dokumente

SRF / FERNSEHBEITRAG 22.1. 2014

Weniger spritzen bei gleicher Ernte – geht das?

Die Schweizer Bauern sollen die Pestizide weiter zurückfahren, ohne Ertragsausfälle zu erleiden. Der Bund arbeitet zurzeit an einem neuen Aktionsplan zum verbesserten Schutz der Natur. Die IP-Suisse-Bauern – immerhin ein Drittel aller Bauern – haben in Zusammenarbeit mit den Grossverteilern den Einsatz gewisser Spritzmittel beim Getreide schon deutlich eingeschränkt.

Links

VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 1.9. 2013

Pestizide : Französische Bauern lösen Bewusstseinswandel aus

Die Landwirtschaft ist stolz über ihre immer höheren Erträge und ihre Rolle als Ernährerin der Menschheit. Ohne synthetische Pestizide wäre das heutige Produktionsniveau der konventionellen Landwirtschaft undenkbar. Doch die Schattenseiten des enormen und weiter ansteigenden Pestizidverbrauchs treten nicht nur mit den Umweltschäden, sondern auch mit Gesundheitsproblemen zunehmend ins öffentliche und politische Bewusstsein, zumindest im Ausland. In Frankreich haben Bauern eine bemerkenswerte Debatte ausgelöst.

Mehr lesen
VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 1.8. 2011

Pestizide schädigen Umwelt und gefährden Vertrauen in die Landwirtschaft

Gleich drei aktuelle Meldungen zeigen ein bedenkliches Ausmass eines unsachgemässen Pestizideinsatzes in der Schweizer Landwirtschaft. Schäden für Umwelt und Gesundheit und zunehmend auch für das Image der Landwirtschaft sind die Folge. Vision Landwirtschaft for- dert ein rasches Handeln des Bundes. 

Dokumente

VISION LANDWIRTSCHAFT / BUCH 1.1. 2011

Das Weissbuch zur Landwirtschaft

Das Weissbuch zur Landwirtschaft
Cover Weissbuch

Das 2010 von Vison Landwirtschaft herausgegebene "Weissbuch Landwirtschaft Schweiz" legte einen entscheidenden Grundstein für die wieder in Gang gekommenen Reformbemühungen der Schweizer Landwirtschaftspolitik. Die erste Auflage des Buches war innert weniger Monate ausverkauft. Die zweite Auflage ist hier erhältlich.

Die Anfangs der 1990er Jahre auf Druck verschiedener Volksinitiativen eingeleitete Agrarreform kam während zwei Jahrzehnten kaum vom Fleck. Der Grossteil der damals eingeführten agrarpolitischen Instrumente wurden den damals gesetzten Zielen und dem neuen landwirtschaftlichen Verfassungsartikel von 1996 nicht gerecht. Öffentliche Mittel in Milliardenhöhe wurden nicht verfassungskonform eingesetzt und schadeten der Zukunftsfähigkeit, der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Schweizer Landwirtschaft in unverantwortlicher Weise.

Mehr lesen