Frauen, die Landwirtschaft verändern
Zwei Medienberichte zeigen: Frauen prägen die Schweizer Landwirtschaft weit stärker, als Statistiken vermuten lassen – und sie wollen gesehen werden. Das Projekt „Frauen in der Landwirtschaft“ von Hafl und Vision Landwirtschaft hilft, dass Frauen in der Landwirtschaft sich vernetzen können, politische und betriebliche Fragen gemeinsam anpacken und als das wahrgenommen werden, was sie längst sind: eigenständige Betriebsleiterinnen, Unternehmerinnen und Vorbilder für die nächste Generation.
Bioaktuell beschreibt, wie stark das traditionelle Bild der „Bäuerin“ der Realität hinterherhinkt – und wie viel Macht darin steckt, wenn Frauen Betriebe führen, Bio-Umstellungen anstossen und neue Wege gehen. „Frauen sind oft die treibende Kraft hinter Veränderungen in der Landwirtschaft und in der Gesellschaft“, sagt Agrarsoziologin und Co-Projektleiterin Sandra Contzen. Porträts von Landwirtinnen wie Laurence Traber oder Émilie Mayor zeigen, wie sie Mutterschaft, Betriebsleitung, Direktvermarktung und neue Betriebsmodelle miteinander verbinden – und sich bewusst den Raum dafür nehmen.
Der Schweizer Bauer wiederum nimmt die Alltagserfahrungen dieser Frauen auf – inklusive der Sprüche, die viele kennen: „Hast du eigentlich keinen Bruder?“ oder „Ich möchte mit dem Betriebsleiter sprechen, in dem Fall mit dem Mann.“ In sogenannten Living Labs des Projekts "Frauen in der Landwirtschaft" treffen sich Betriebsleiterinnen, Co-Leiterinnen und Quereinsteigerinnen, um Erfahrungen zu teilen, Mental Load zu thematisieren und konkrete Anlässe und Netzwerke aufzubauen. „Gemeinsam sei man stärker“, fassen die Teilnehmerinnen ihre Motivation zusammen, an den Labs teilzunehmen.
Annalena Tinner
Kommunikation
«Weil ein nachhaltiges Ernährungssystem die Grundlage für uns alle ist. Dafür setze ich mich ein.»