Startseite / Themen / Beratung und Ausbildung / Projekt Máréfalva: Zukunft der traditionellen Landwirtschaft in einem der artenreichsten Gebiete Europas
9.1. 2019

Projekt Máréfalva: Zukunft der traditionellen Landwirtschaft in einem der artenreichsten Gebiete Europas

Vision Landwirtschaft berät, unterstützt und begleitet in Siebenbürgen (Rumänien) ein dörfliches Landwirtschaftsprojekt, das auf exemplarische Weise Produktion, Biodiversität und die Erhaltung kleinbäuerlicher Strukturen miteinander verbindet.

/_visionlandwirtschaft_prod/uploads//opt_MarefalvaDorfansicht.jpg

Das Dorf Máréfalva am Rand des Harghita-Gebirges im Norden Rumäniens gehört - zusammen mit einigen wenigen weiteren Dörfern Siebenbürgens - zu den letzten Gebieten Europas, wo eine weitgehend traditionelle Landwirtschaft erhalten geblieben ist. Erhalten geblieben sind auch die enorm reichhaltige Flora und Fauna. Diese „alte“ Form von Landbewirtschaftung ohne jeglichen Naturschutz und im Wesentlichen auch ohne landwirtschaftliche Ökoprogramme hat die grosse Biodiversität der kleinräumigen, stark strukturierten Landschaft bis heute bewahrt.

Zukunft mit grossen Fragezeichen

Diese Landwirtschaft steht kurz vor dem Zusammenbruch, da sie kaum mehr rentabel ist und ein Grossteil der Jungen auswandert. Mit dem vorliegenden Projekt wollen einige engagierte Dorfbewohner mit Schweizer Unterstützung versuchen, die bestehenden Strukturen und die Produktivität der bisherigen Landwirtschaft ebenso wie die breite Einbindung von lokalen Arbeitskräften mit einem innovativen, nachhaltigen Projekt zu erhalten. Ohne alles Bisherige zu zerstören, soll die Wirtschaftlichkeit der traditionellen Nutzungsweise stark erhöht werden. Dies soll erreicht werden durch ein Zusammenfassen wesentlicher Produktionsschritte in einem Gemeinschaftsstall. Geplant ist der Aufbau einer Herde mit rumänischem Rotfleckvieh – einer Zweinutzungsrasse, die an die vorgesehene Fütterung mit Vollweide angepasst ist und die neben der Milch auch einen guten Fleischertrag liefert.

Dadurch ist eine viel kostengünstigere Produktion möglich, die gleichzeitig Produktionsmengen und -qualitäten erlaubt, die am Markt zu einem akzeptablen Preis verkauft werden können. Die einzelnen Produzenten bleiben dabei selbständig, und die bestehenden Strukturen können weitgehend wie bisher genutzt werden.

Lokale Initiative

Die wichtigste Stärke des Projektes ist die Führungscrew vor Ort. Promotoren und Leiter sind Balázs Dávid und Lajos Dávid, zwei Persönlichkeiten, die auf Kleinbauernbetrieben in Máréfalva aufgewachsen sind, einen beachtlichen fachlichen Leistungsausweis mitbringen und die nicht nur im Dorf wohnen, sondern stark in die Gemeinschaft des Dorfes integriert sind.

Die Promotoren haben in weitgehender Eigenleistung und mit ehrenamtlicher fachlicher Begleitung aus der Schweiz seit 2017 den Bauernverein Unitis Agricultural Cooperative gegründet und ein umfangreiches Projektdossier für einen EU-Finanzierungsantrag zusammengestellt. Die Chancen, dass die EU das am 7. September 2018 eingereichte Gesuch bewilligt und aus einem spezifischen landwirtschaftlichen Förderprogramm 90% der budgetierten Kosten von 2 Mio Euro übernimmt, stehen gut, da die Projektanten zu den ersten gehörten, welche ein fachgerecht erstelltes Konzept einreichen konnten. Der Entscheid wird bis spätestens im April 2019 erwartet.

Die totalen Kosten gemäss detailliertem Projektbeschrieb und Budget belaufen sich für den Stall inkl. Zusatzgebäuden, Landerschliessung sowie Infrastruktur (Maschinen etc.), Planungskosten und Steuern auf 2.1 Mio Euro. Nicht eingeschlossen darin sind das Vieh und die bereits getätigten Landkäufe. Das Projekt wird durch Experten von Vision Landwirtschaft eng begleitet. Seit über 10 Jahren bestehen enge Kontakte zur Region. 

Der Stall bietet 68 Kühen und 150 Jungtieren Platz. Für die Landnutzung ist zusammen mit Vision Landwirtschaft ein detailliertes Landnutzungskonzept in Arbeit. Wichtige Grundpfeiler einer besonders nachhaltigen Nutzung wurden im Vorfeld mit dem Bauernverein Unitisverbindlich geregelt.

Das Projekt soll nicht nur für die Landwirtschaft und Landschaft von Máréfalva eine neue, ökologisch und sozial nachhaltige Perspektive schaffen. Es soll ebenso die anderen Dörfer in Rumänien, die in einer ähnlichen Situation sind, animieren, von den Erfahrungen des Projektes zu profitieren und ihr Schicksal selber an die Hand zu nehmen.

Abgesehen von den beantragten Geldern des EU-Projektfonds, die lediglich als Ko-Finanzierung eingesetzt werden dürfen, ist die Initiative auf Spenden aus dem Ausland angewiesen.

Spenden  zugunsten des Projektes Máréfalva kommen vollständig dem Projekt zu Gute.

Nähere Auskünfte: Andreas Bosshard, Geschäftsführer Vision Landwirtschaft, abosshard@visionlandwirtschaft.ch, 056-641 11 55

Spendenkonto: IBAN CH75 0900 0000 6023 7413 1, Vision Landwirtschaft, Vermerk "Marefalva"

/_visionlandwirtschaft_prod/uploads//opt_MarefalvaLandschaft.jpg
Kulturlandschaft in der Umgebung des Dorfes Máréfalva/Rumänien.