FIBL / WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT
16.3. 2015

Die Bedeutung der Hörner für die Kuh

Aktuelle Analyse von Vision Landwirtschaft
Graslandbasierte und weideorientierte Produktion bringt für viele Betriebe deutlich höheres Einkommen als Hochleistungsstrategie

VISION LANDWIRTSCHAFT / FAKTENBLATT
1.8. 2016

Faktenblatt Nr. 7: Weide- statt Hochleistungsstrategie in der Schweizer Milchproduktion

Startseite / Themen / Standortgemässe Produktion und Biodiversität

Biodiversität und Produktion, Artenvielfalt und Wirtschaftlichkeit sind keine Gegensätze

Jahrhunderte bestand zwischen Biodiversität und Landwirtschaft eine Symbiose. Bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts hat die bäuerliche Landnutzung massgeblich zu einer starken Zunahme der Artenvielfalt in der Schweiz beigetragen. In den 1950er Jahren kam es mit der "Grünen Revolution" zu einer dramatischen Trendumkehr. Seither ist die Landwirtschaft an erster Stelle für einen nie dagewesenen Zusammenbruch der Biodiversität verantwortlich. In gleichem Ausmass brach die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft ein. Das ist kein Zufall. Ökonomie und Ökologie müssen wieder am gleichen Strick ziehen. Projekte und Bauernbetriebe weisen den Weg.
Zwar zeigen die wichtigsten Indizes für Biodiversität nach wie vor nach unten. Aber immer mehr Beispiele zeigen, wie stark die Biodiversität bei kluger Integration in den landwirtschaftlichen Betrieb bereits in kurzer Zeit gefördert werden kann. Eine effiziente, standortgemässe Produkton und die Erhaltung der Biodiversität gehen auch wirtschaftlich Hand in Hand. Was heute erst auf einer kleinen Minderzeit von Betrieben und Projekten Realität ist, muss wieder zum Standard werden. Dies mit einer zielgerichteten, endlich am Verfassungsauftrag orientierten Politik und einer neu ausgerichteten Beratung zu ermöglichen sieht Vision Landwirtschaft als eine ihrer Hauptaufgaben.
Beiträge zum Thema
ANDREAS BOSSHARD, BEREND REINHARD, SHEILA TAYLOR (EDS.) / BUCH 1.2. 2017

Guide to Biodiversity and Landscape Quality

Das Buch ist seit Februar 2017 als pdf kostenlos im Internet verfügbar. Die Print-Version kann weiterhin über den IFOAM-Bookshop bezogen werden.

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VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 17.12. 2016

Christbäume: Ist regional produziert auch nachhaltig?

Der Anteil an Schweizer Weihnachtsbäumen nimmt zu. Doch Schweizer Herkunft ist nicht immer auch eine ökologische Produktion. Ein Projekt von Vision Landwirtschaft und Coop zeigt, wie sich beides verbinden lässt.

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FELIX SCHLÄPFER / WISSENSCHAFTLICHE ARTIKEL 30.11. 2016

Lenkungsabgabe gegen zu hohe Stickstoffemissionen

Die Schweizer Landwirtschaft importiert jährlich rund 100 000 Tonnen Stickstoff in Form von Futtermitteln und Mineraldünger. Dadurch werden seit Jahrzehnten gesetzliche Emissionsgrenzwerte überschritten, vor allem beim Ammoniak. Mit einer Stickstoff-Lenkungsabgabe könnten die anhaltenden Probleme kosteneffizient gelöst werden. Dies zeigt eine von Vision Landwirtschaft initiierte Studie.

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BUCH 21.11. 2016

Neu erschienen: Lehr- und Sachbuch über die Wiesen und Weiden der Schweiz und ihre standortgemässe Nutzung

Neu erschienen: Lehr- und Sachbuch über die Wiesen und Weiden der Schweiz und ihre standortgemässe Nutzung

In der Schweiz und in vielen Bergregionen sind Wiesen und Weiden das Rückgrat der Landwirtschaft und der Biodiversität zugleich. Das Buch zeichnet die bewegte Geschichte des Wieslandes in der Schweiz und in Mitteleuropa detailliert nach. Ökologie, Produktivität und Typologie der Wiesen und Weiden werden allgemeinverständlich aufgearbeitet. Anhand vieler Beispiele vermittelt es praxisnah die Grundlagen für eine standortgemässe und ressourcenschonende Nutzung des Wieslandes. Einen wichtigen Stellenwert nimmt das gesamtbetriebliche Konzept eines standortgemäßen Futterbaus ein. Eine Beschreibung und ein Bestimmungsschlüssel der wichtigsten Wiesentypen runden den praxisorientierten Teil ab.

Der Autor ist Geschäftsführer von Vision Landwirtschaft.

>> Zur Bestellung beim Haupt-Verlag

Verwandte Beiträge

VISION LANDWIRTSCHAFT / FAKTENBLATT 1.8. 2016

Faktenblatt Nr. 7: Weide- statt Hochleistungsstrategie in der Schweizer Milchproduktion

Vergleich von Hochleistungsstrategie und Vollweide mit geringem Kraftfuttereinsatz

Mehrere Studien zeigten in den letzten Jahren, dass sich Einkommen und Stundenlöhne auf Schweizer Milchwirtschaftsbetrieben durch eine Reduktion der Produktionskosten wesentlich verbessern lassen. Wichtige Möglichkeiten zur Kostenreduktion bestehen einerseits in der Reduktion des Kraftfuttereinsatzes und andererseits in der Nutzung von Weidesystemen anstelle der aufwändigen Stallfütterung.

Der Grossteil der Milchbetriebe in der Schweiz setzt heute auf eine Hochleistungsstrategie mit Stallhaltung und wesentlichem Kraftfuttereinsatz. Im vorliegenden Faktenblatt werden die Einkommensverbesserungspotenziale und die wichtigsten Umweltwirkungen untersucht, welche aus einer Umstellung auf weidebetonte Haltung in Kombination mit einem weitgehenden Verzicht auf Kraftfutter resultieren. Basis der Berechnungen bilden Studien, welche verschiedene Milchproduktionsstrategien empirisch miteinander verglichen.

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VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 31.5. 2016

Wo die wirksamen Hebel zur Sicherung der Ernährung liegen

Um die Ernährung der Menschheit zu sichern, so die weit verbreitete These, müssen zwingend die landwirtschaftlichen Erträge gesteigert werden. Bei genauer Betrachtung der komplexen Zusammenhänge zeigt sich aber, dass eine weitere Produktionsintensivierung für Länder mit einer „high-input"-Landwirtschaft die ineffizienteste und schädlichste Strategie zur Sicherung der Ernährung ist.

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BAUERNZEITUNG / ZEITUNGSARTIKEL 1.5. 2016

Blumenwiese ersetzt den Psychiater

Ein Portrait eines Berner Bauern, der der konventionellen Produktion den Rücken gekehrt hat, wurde in der Bauernzeitung publiziert. Sein Credo lautet : «Wir haben der Bevölkerung gegenüber einen ökologischen Leistungs- und einen Ernährungsauftrag zu erfüllen.» Es brauche beides - Ökologie und Ökonomie - ist der Landwirt überzeugt.

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WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 26.2. 2016


Verwandte Beiträge

VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 1.1. 2016

Aussaat von Know-how

Eine nachhaltige Bewirtschaftung des Bodens ist möglich – und Bäuerinnen und Bauern, die dies versuchen, sind nicht allein bei ihrer Suche nach realisierbaren Möglichkeiten. Das ist die Botschaft von Pissenlit („Löwenzahn“). Um sie mit konkretem Inhalt zu füllen, gingen die vier Mitglieder des Vereins auf die Waadtländer Bauern zu und fragten sie nach ihrer landwirtschaftlichen Praxis, nach ihren Motivationen und Anliegen.

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VISION LANDWIRTSCHAFT / FAKTENBLATT 1.11. 2015

Faktenblatt Nr. 5: Multifunktionale Landwirtschaft: Lässt sich Versorgungssicherheit mit Ressourceneffizienz und dem Schutz der Biodiversität vereinbaren?

Möglichst viel zu produzieren ist zum wichtigsten Ziel einiger bäuerlicher Organisationen geworden. Auch der Bund fördert mit Pauschalsubventionen, Anbauprämien und Grenzschutz eine laufend steigende Nahrungsmittelproduktion in der Schweiz. Begründet wird dies mit der Versorgungssicherheit. Doch eine hohe Produktion in Normalzeiten garantiert nicht eine sichere Ernährung im Krisenfall. Im Gegenteil, sie kann diese sogar gefährden. Das ist der Fall, wenn die Produktion immer stärker von Importen - beispielsweise Futtermitteln, Energie, Maschinen, Dünger, Pestiziden - abhängt oder wenn sie die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigt. Zudem leiden die Produzentenpreise unter der zu hohen Produktion.
Wie viel Produktion ist für die Versorgungssicherheit nötig und tragbar? Dieser Frage geht das neue Faktenblatt von Vision Landwirtschaft nach. Die Resultate von Szenarienrechnungen zeigen: Die Versorgungssicherheit kann mit einer um 10-20% geringeren Produktion besser gewährleistet werden - solange das Landwirtschaftsland nicht weiter abnimmt.

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AGROSCOPE / MEDIENMITTEILUNG 23.10. 2015

Nur die halbe Kartoffelernte wird genutzt

Auf dem Weg von der Scholle bis zum Teller geht mehr als die Hälfte der Kartoffelernte verloren. Das zeigt eine neue Studie von Agroscope und der ETH Zürich. Optimierungen bei den Produzenten und im Handel sowie Verhaltensänderungen bei der Konsumentenschaft könnten die Situation mildern.

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NATURE / WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 14.10. 2015

Artenreiche Wiesen sind resistenter gegenüber klimatischen Extremereignissen

Eine aktuelle Synthese von mehr als 40 Graslandexperimenten in Europa und Nordamerika zeigt, dass Wiesen mit hoher Artenvielfalt gegen klimatisch bedingte Ereignisse (Trockenheit, Hitzetage, Extremniederschläge) resistenter sind und sich nach einer Störung besser erholen.

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AGRIDEA / WISSENSCHAFTLICHE ARTIKEL 1.10. 2015

Erhaltung und Förderung von Fromental- und Goldhaferwiesen

Bei der Agridea ist ein neues Merkblatt zur Erhaltung und Förderung von Fromental- und Goldhaferwiesen erschienen. Vor allem die Fromentalwiesen, die zu den blumenreichsten Wiesen des Mittellandes gehören, sind von einer ehemals flächendeckenden Verbreitung bis auf kleinste Reste zurückgedrängt worden. Das Merkblatt fasst die Ergebnisse eines Projekts zur Erhaltung und Förderung dieser Wiesentypen zusammen und zeigt auf, was konkret getan werden kann.

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HOTSPOT / WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 1.9. 2015

Biodiversität im Boden

Der immense Reichtum an Bakterien, mikroskopisch kleinen Pilzen, Algen und Protozoen lässt die Bedeutung der Bodenbiodiversität für die Natur und den Menschen erahnen. Fruchtbare Böden, sauberes Trinkwasser, die Speicherung von CO2, die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten: All dies ist nur möglich durch die biologische Vielfalt im Boden, der dünnen Haut, die unsere Erde umhüllt. Diese HOTSPOT-Ausgabe schaut hinein in diese lebendige Welt unter unseren Füssen, die bis heute noch viel Unbekanntes verbirgt.

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SCNAT / BLW / WISSENSCHAFTLICHE ARTIKEL 24.4. 2015

Biodiversität und Landwirtschaft

Positive Auswirkungen der Biodiversitätsförderung im Landwirtschaftsgebiet sind nicht ausgeblieben. Das agrarpolitische Ziel, mit den Biodiversitätsförderflächen den Artenrückgang zu stoppen, wurde allerdings verfehlt. Es brauche deshalb zusätzliche Anstrengungen. Das stellt der Bericht "Zustand der Biodiversität in der Schweiz 2014" im Kapitel zur Agrarlandschaft fest. Wie innovative Projekte zeigen würden, sei Produktion und Biodiversität kein Gegensatz. Besondere Bedeutung wird der IP- und Bio-Produktion sowie einer zielgerichteteren Beratung beigemessen. Wie Beispiele zeigen, würde sich dadurch auch das Einkommen der Landwirte wesentlich verbessern lassen.
>> Zustand der Biodiversität in der Schweiz 2014 

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FIBL / WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 16.3. 2015

Die Bedeutung der Hörner für die Kuh

Das FiBL hat eine Broschüre zur Bedeutung der Hörner für die Kuh herausgegeben. Sie fasst Grundlagenkenntnisse und Beobachtungen von Bauern und Forschern zur Anatomie, Physiologie, Entwicklungsbiologie und Funktion der Hörner der Kuh zusammen. Die Broschüre ist eine Hilfestel-lung bei der Klärung der Frage, ob Kühe Hörner tragen sollen oder nicht. 

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VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 1.3. 2015

Hofportrait: "Bio+"-Gemüsebaubetrieb Birchhof

Bio mag immer "konventioneller" werden. Aber Bio wird auch vielfältiger. Immer mehr Biobetriebe gehen heute weit über die Anforderungen des "gewöhnlichen" Biolandbaus hinaus. Wohin das führen kann, zeigt der Gemüsebaubetrieb von Roger Gündel. Seine Form von Landwirtschaft unterscheidet sich mehr vom Biolandbau als Bio von der konventionellen Anbauweise. Sein "Bio+" zeigt eindrücklich, welches Potenzial in einer natur- und standortgemässen Landwirtschaft steckt.

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EIDGENÖSSISCHE KOMMISSION FÜR LUFTHYGIENE (EKL) / WISSENSCHAFTLICHER FACHBERICHT 17.2. 2015

Bericht Stickstoffimmissionen: Fast schweizweit werden empfindliche Ökosysteme geschädigt

Hauptursache für die hohen N-Emissionen in der Schweiz sind die überhöhten Tierbestände in der Landwirtschaft als Folge der Futtermittelimporte. Eine neue Studie geht nun dem Ausmass der Schäden nach. Fast flächendeckend werden in der Schweiz empfindliche Ökosysteme wie Moore, Trockenwiesen und Wälder durch die viel zu hohen Stickstoffimmissionen geschädigt. Nur wenige andere Länder weltweit weisen so hohe N-Belastungen auf. Leider zeigt der Bericht kaum Lösungen auf. Der Schlüssel liegt in einer standortgemässen Landwirtschaft. Ein Abbau der überhöhten Tierbestände, eine massive Reduktion des ständig angestiegenen Futtermitteltourismus und eine Tierhaltung am Ort, wo auch ihr Futter wächst, wären unumgänglich. Doch dies zu fordern scheint für den Bund immer noch ein Tabu zu sein.

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VISION LANDWIRTSCHAFT / STELLUNGNAHME 27.1. 2015

Tierproduktion: Zunahme antibiotikaresistenter Keime soll mit Verordnungsanpassung entschärft werden

"Die weltweite Zunahme von Resistenzen gegen Antibiotika bei Bakterien ist zu einer ernstzunehmenden Gefahr für die öffentliche Gesundheit geworden... 2013 wurden in der Veterinärmedizin im Nutztiersektor knapp 53 Tonnen antibiotische Wirkstoffe eingesetzt. Um die Wirksamkeit und Qualität der antimikrobiellen Therapien bei Mensch und Tier langfristig zu erhalten und die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen gegen Antibiotika effizient und nachhaltig zu vermindern, muss der fachgerechte Einsatz von antibiotikahaltigen Arzneimitteln auch in der Tiermedizin optimiert werden."

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AGRARFORSCHUNG SCHWEIZ / WISSENSCHAFTLICHE ARTIKEL 4.1. 2015

Grasland Schweiz: Enormer Rückgang der Biodiversität seit 1950 in den tieferen Lagen

Der Rückgang der Artenvielfalt im Wiesland der tiefen Lagen der Schweiz ist deutlich grösser ist als bisher angenommen. Noch um 1950 wiesen 85 % selbst der am intensivsten genutzten Wiesen auf den besten Böden so viele Pflanzenarten auf, dass sie die sogenannte Öko-Qualität" (BFF QII-Stufe) erreicht hätten oder weit darüber lagen. Heute genügen selbst Ökowiesen nur noch zu 20% den QII-Kriterien.

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STIFTUNG LANDSCHAFTSSCHUTZ / MEDIENMITTEILUNG 16.12. 2014

Zahlenbasis für landwirtschaftliches Bauen ausserhalb der Bauzone

Derzeit ist nicht bekannt, in welchem Umfang und zu welchem Zweck landwirtschaftliche Bauten ausserhalb der Bauzone erstellt werden. Im Fokus stehen vor allem Ställe, für welche die Futterbasis auf dem eigenen Betrieb teilweise oder ganz fehlt. Die Förderung der teilweise oder ganz bodenunabhängigen, nicht standortgemässen Tierproduktion durch Bund und Kantone steht in mehrfachem Widerspruch zu übergeordneten politischen und gesetzlichen Vorgaben – so zur Raumplanung, zu den Umweltzielen Landwirtschaft, aber auch zu den landwirtschaftlichen Verfassungszielen einer nachhaltigen, bäuerlichen Produktion.

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VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 8.9. 2014

Tiermast mit importiertem Futter gehört in die Industrie- und nicht in die Landwirtschaftszone

Die Förderung der teilweise oder ganz bodenunabhängigen, nicht standortgemässen Tierproduktion durch Bund und Kantone steht in mehrfachem Widerspruch zu übergeordneten politischen und gesetzlichen Vorgaben – so zur Raumplanung, zu den Umweltzielen Landwirtschaft, aber auch zu den landwirtschaftlichen Verfassungszielen einer nachhaltigen, bäuerlichen Produktion. Der Boom neuer Stallbauten ohne genügende betriebliche Futterbasis darf nicht weiter mit Steuergeldern und Privilegien gefördert werden.

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ROBERT BRUNNER IM ZÜRCHER BAUER / KOMMENTAR 5.9. 2014

Überschüsse aus der Niederstamm-Tafelobstproduktion vermiesen den Hochstamm-Mostobstproduzenten den Preis

Der Grossteil des Obstes der Äpfel- und Birnen-Hochstammbäume wird für die Produktion von Most verwendet. Doch der Preis von Mostobst ist seit vielen Jahren so tief, dass sich eine Ernte nur unter ganz speziellen Bedingungen bei hohem Mechanisierungsgrad einigermassen lohnt. Das vergällt den Produzenten die Freude am ökologisch wertvollen Hochstamm-Obstbau. Rechtzeitig zur Obsternte erscheinen in den bäuerlichen Medien jeweils Artikel, welche den Mostobstüberschuss als Ursache dafür beklagen und die Hochstammförderung kritisieren.

Was meist nicht gesagt wird: Der Überschuss geht mittlerweile allein auf massive Überkapazitäten bei den Niederstamm-Obstkulturen zurück. Bei den Tafeläpfeln dürfte ein Drittel der Ernte aus den Niederstammkulturen als Überschuss anfallen. Dieser wird den Mostereien zugeführt und konkurrenziert dort direkt das – qualitativ hochwertigere – Mostobst aus dem Hochstammobstbau. Davon gebe es keinen Überschuss, im Gegenteil, mangels Bäume im Ertragsalter würden bereits Engpässe sichtbar. Aber der Preis werde eben durch den Überschuss aus der Tafelobstproduktion gemacht. Ein marktorientierter Hochstammobstbau ist unter diesen Voraussetzungen fast nicht möglich.

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VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 7.7. 2014

"Blühstreifen" als neues Ökoelement für die Schweizer Landwirtschaft? Wirtschaftliche Interessen mit grünem Deckmantel

Selten sind sich die Experten so einig: Die vom Bundesamt für Landwirtschaft vorgeschlagenen "Blühstreifen" als neues Element für den ökologischen Ausgleich schaden der Artenvielfalt im Ackerbaugebiet mehr als dass sie ihr nützen. Dennoch hält der Bund an den Blühstreifen fest. Hintergründe eines Schildbürgerstreichs.

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AGROSCOPE / MEDIENMITTEILUNG 24.6. 2014

Biolandbau: Nur mit gezielten Massnahmen besser für die Biodiversität

Um die Artenvielfalt im Landwirtschaftsgebiet zu erhalten, ist die Anzahl an unterschiedlichen Lebensräumen entscheidend. Bio-Betriebe ohne gezielte Fördermassnahmen wie die Schaffung zusätzlicher artenreicher Lebensräume haben nur eine geringfügig grössere Artenvielfalt als die übrigen Betriebe. Das zeigt eine Studie in zehn europäischen und zwei afrikanischen Regionen.

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TAGBLATT / ZEITUNGSARTIKEL 5.6. 2014

Man muss den Mut zur Unordnung haben

Auf dem Rundgang seines Biohofes erzählte Roland Heuberger, dass er einerseits nicht ständig Dünger und andere Schadstoffe auf die Wiesen kippen mochte. Andererseits war er neugierig darauf, mit der Natur zu arbeiten und deren Mechanismen zu verstehen. Die funktionieren aber nur, wenn die Pflanzen und Tiere ihre Lebensräume haben.

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BAFU / 20.5. 2014

Merkblatt Gewässerraum im Landwirtschaftsgebiet

Bis Ende 2018 müssen die Kantone entlang von Gewässern Gebiete festlegen, die dem Gewässer- und Hochwasserschutz dienen. Ein neues Merkblatt zeigt, wie die Ausscheidung zu erfolgen hat.

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SCHWEIZER BAUER / INTERVIEW 7.5. 2014

Futtermittelimporte torpedieren eine nachhaltige Landwirtschaft

Vision Landwirtschaft ist keineswegen gegen Futtermittelimport. Doch das gesunde Mass ist heute in der Schweiz weit überschritten. In einem ausführlichen Interview stellt der Schweizer Bauer die Positionen von Vision Landwirtschaft vor.

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NZZ AM SONNTAG / ZEITUNGSARTIKEL 6.4. 2014

Futtertrog der Landwirtschaft

2013 Importierte die Schweiz 220'000 Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot aus Brasilien, eine problematische Abhängigkeit.

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JOURNAL OF RURAL STUDIES / WISSENSCHAFTLICHE ARTIKEL 1.4. 2014

Motivationen der Schweizer Landwirte für ökologische Massnahmen

Positive Erfahrungen mit Naturschutzmassnahmen, Vertrauen in die Zielerreichung der unternommenen Anstrengungen und finanzielle Anreize sind die Hauptmotivationen von Schweizer Landwirten des Mittellandes für die Umsetzung von ökologischen Ausgleichsflächen. Dies zeigen qualitative Interviews bei 15 Landwirten bezüglich ihrer Haltung gegenüber dem Naturschutz.

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FIBL / FAKTENBLATT 27.3. 2014

Unterschätzte Wildbienen

Neuere Untersuchungen zeigen, dass Wildbienen und andere Wildbestäuber bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen eine entscheidende Rolle spielen. Ihre Häufigkeit und ihre Artenvielfalt haben in den letzten Jahrzehnten jedoch stark abgenommen – mit nachteiligen Auswirkungen auf die Landwirtschaft. 

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AGRICULTURE, ECOSYSTEMS & ENVIRONMENT / WISSENSCHAFTLICHE ARTIKEL 24.1. 2014

Zu hohe Stickstoff-Einträge vermindern die Artenvielfalt in der Schweiz

Mithilfe von Daten aus dem Biodiversitätsmonitoring der Schweiz wurden die Auswirkung von Stickstoffeinträgen auf die Artenvielfalt von Gefässpflanzen und Moosen in Bergwiesen untersucht. Eine Abnahme der Artenvielfalt konnte bereits bei 10 bis 15 Kilogramm Stickstoff pro Hektare und Jahr nachgewiesen werden. Bisher wurde ein kritischer Grenzwert von 20 Kilogramm angenommen.

In der Schweiz werden in einigen Regionen mit über 50-60 Kilogramm N besonders hohe Stickstoff­einträge gemessen. Hauptverursacherin sind überhöhte Tierbestände der Landwirtschaft als Folge stark gestiegener Mengen importierter Futtermittel. Die Schweiz gehört zu den drei europäischen Ländern mit den höchsten Emissionen an Ammoniak, einer besonders umweltschädlichen Form von Stickstoffemissionen aus der Tierhaltung.

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SCHWEIZER NATIONALFONDS / MEDIENMITTEILUNG 7.1. 2014

Wasserbedarf minimieren, Produktivität erhalten

Ein zunehmend wärmeres Klima bedeutet für viele Landwirtinnen und Landwirte der Schweiz, dass sie ihre Kulturen zukünftig vermehrt bewässern müssen, da viele Flüsse weniger Wasser führen. Die landwirtschaftliche Produktion wird jedoch nicht wesentlich geschmälert, wenn die Zunahme des Wasserbedarfs begrenzt wird.

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VISION LANDWIRTSCHAFT / FAKTENBLATT 23.5. 2012

Faktenblatt Nr. 3: Gezieltere Erschwernisbeiträge zugunsten einer flächendeckenden Bewirtschaftung

Landwirtschaftsbetriebe in Erschwernislagen brauchen eine bessere Unterstützung durch die Agrarpolitik

Bereits heute gibt es Direktzahlungen, welche die erhöhten Erschwernisse im Berggebiet ausgleichen sollen. Ein kleiner Teil davon ist an die Hangneigung gebunden (die sog. "Hangbeiträge"), über drei Viertel bzw. 354 Millionen Franken pro Jahr dagegen hängen von der Anzahl gehaltener Tiere und der Höhenzone ab ("TEP-Beiträge"): Je höher ein Betrieb liegt und je mehr Vieh er hält, desto mehr Erschwernisbeiträge erhält er. Das führt einerseits zu starken Fehlanreizen, zu viele Tiere zu halten. Und es ist ungerecht. Betriebe in besonderen Erschwernislagen erhalten dadurch nur einen Bruchteil der Direktzahlungen von Betrieben in Gunstlagen des Berggebietes. Das Faktenblatt Nr. 3 enthält dazu die überraschenden Fakten und macht konkrete Vorschläge, die in Form verschiedener Anträge bereits in den parlamentarischen Prozess zur Reform der Agrarpolitik eingeflossen sind.

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VISION LANDWIRTSCHAFT / BUCH 1.1. 2011

Das Weissbuch zur Landwirtschaft

Das Weissbuch zur Landwirtschaft
Cover Weissbuch

Das 2010 von Vison Landwirtschaft herausgegebene "Weissbuch Landwirtschaft Schweiz" legte einen entscheidenden Grundstein für die wieder in Gang gekommenen Reformbemühungen der Schweizer Landwirtschaftspolitik. Die erste Auflage des Buches war innert weniger Monate ausverkauft. Die zweite Auflage ist hier erhältlich.

Die Anfangs der 1990er Jahre auf Druck verschiedener Volksinitiativen eingeleitete Agrarreform kam während zwei Jahrzehnten kaum vom Fleck. Der Grossteil der damals eingeführten agrarpolitischen Instrumente wurden den damals gesetzten Zielen und dem neuen landwirtschaftlichen Verfassungsartikel von 1996 nicht gerecht. Öffentliche Mittel in Milliardenhöhe wurden nicht verfassungskonform eingesetzt und schadeten der Zukunftsfähigkeit, der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Schweizer Landwirtschaft in unverantwortlicher Weise.

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VISION LANDWIRTSCHAFT / NEWSLETTER 1.10. 2010

Motion Aebi zur Milchmengensteuerung angenommen

Am 1. Oktober hat der Nationalrat als Erstrat die Motion Aebi überraschend deutlich angenommen. Damit wird die Milchmengensteuerung wie während der kürzlich aufgehobenen Milchkontingentierung teilweise wieder dem Staat übertragen. Den Vorstoss ausgelöst haben die zunehmende Milchüberproduktion und der deshalb laufend sinkende Milchpreis. Die Ursachen der problematischen Entwicklung werden mit der Motion Aebi allerdings in keiner Weise gelöst. Vision Landwirtschaft hat sich für nachhaltigere Lösungen stark gemacht. 

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