Die Schweizer Landwirtschaft steht vor grossen Herausforderungen.
Voraussichtlich werden weitere, wesentliche Schutzmechanismen vor dem
Weltmarkt fallen. Auch die Agrarpolitik der Schweiz wird in den kommenden
Jahren viel zu diskutieren geben. Eine nachhaltige bäuerliche Nahrungsmittelproduktion
wird weiterhin auf eine grosszügige Unterstützung der Bevölkerung
angewiesen sein. Das wird nur gelingen, wenn der Steuerzahler weiss, dass
seine Gelder für anerkannte Ziele und Leistungen effizient eingesetzt
werden. Dazu sind grundlegende Reformen unumgänglich.
Denn immer mehr Studien zeigen, dass die im Verfassungsauftrag festgehaltenen Nachhaltigkeitziele in wichtigen Bereichen mit dem gegenwärtigen Zahlungssystem nicht erreicht werden. Die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft nimmt entgegen den Zielsetzungen weiter ab, Umweltprobleme bleiben durch hohe Anreize zur Tierhaltung ungelöst oder verschärfen sich, und nach wie vor werden Böden übernutzt und ihre natürliche Produktionskapazität geht zurück. Nach wie vor haben wir Probleme mit Pestiziden und Nitrat im Grundwasser. Das gegenwärtige Direktzahlungssystem erwies sich zum grossen Teil als ineffektiv und gibt sogar Anreize in die falsche Richtung. Dies muss sich ändern. Lediglich Schräubchen am komplexen Agrarsystem zu drehen genügt nicht. Es braucht Reformen. Die Geschichte lehrt, dass sich die Agrarpolitik ohne öffentlichen Druck nie wirklich bewegt hat. Auch der Systemwechsel in den 1990er Jahren von der Marktstützung zu den Direktzahlungen gelang nur gegen massiven Widerstand. Heute ist längst auch die Landwirtschaft selber stolz auf die vollzogenen Reformschritte – oder zumindest von der Richtigkeit und Bedeutung dieses international beachteten Weges überzeugt. Doch die Reform ist auf kaum halbem Weg stecken geblieben Den nötigen Druck, den Weg zur Wende weiter zu gehen, will Vision Landwirtschaft mit sachlichen Informationen und konkreten Vorschlägen realisieren und so ihren Beitrag für eine zukunftsfähige, nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft leisten. Unsere Forderungen Die erste Forderung von Vision Landwirtschaft ist die Umlagerung der nicht an Leistungen gebundenen, pauschalen «Allgemeinen Direktzahlungen» – das sind 80% aller Direktzahlungen an die Bauern, jährlich rund 2 Milliarden Franken. Sie sollen in verfassungsgemässe, leistungsorientierte Beiträge mit klaren Zielen umgewandelt werden. Vision Landwirtschaft fordert die Bauern auf, aktiv bei der Entwicklung von Leistungsangeboten mitzuwirken. Denn nur mit klaren, von der Gesellschaft gewünschten und fair entschädigten Leistungen, welche auch die gewünschten Wirkungen zeigen, lassen sich Direktzahlungen und andere Landwirtschaftsgelder langfristig vor den Stimmbürgerinnen und Steuerzahlern rechtfertigen. Wir freuen uns, wenn auch Konsumenten, Landschaftsnutzer und alle, denen eine lebendige, vielfältige bäuerliche Kulturlandschaft ein Anliegen ist, uns und die Landwirtschaft auf dem Weg zur Wende zu unterstützen. |
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